>>staub

staub bezieht sich auf die Performance- und Vortragsstudien der 60er Jahre, will aber heute das performative und klangliche Vokabular auf der Basis dieser Vorlagen durch nie oder selten gelesene Texte erweitern und diese als gegenwärtigen „medialen Subtext“ klanglich in den Raum transportiert wird.
Bedienungsanleitungen und Nutzungsbedienungen für Facebook und Twitter, sowie Tagebucheintragungen, die während des Probenprozesses entstanden sind, bilden das in ein Buch gebundene Textmaterial, das während der Performance nach und nach, Seite für Seite zerstört wird.

Die gesamte Performance wird durch Richtmikrofone unbemerkt aufgezeichnet und im 2. Teil abgespielt.

Wie ein Nachhall, aus einem überdimensionalen Erinnerungsspeicher wird das vorangegangene Geschehen rekapituliert und durch Mikrofon- und Lautsprecherfärbung sowie die Raum- und Aufzeichnungsperspektive medial verzerrt gespiegelt. Ohne Rücksicht auf die Intimität des eben Erlebten, spult der mediale Gedächtnisapparat den „Live“ Moment ab und nutzt dazu den gleichen Raum, der somit entzaubert und emotional entladen wird. Auf dem Boden ein Haufen kleiner Papierreste.

Konzept und Regie: Verena Lercher, Gerriet K. Sharma
Performance: Verena Lercher
Audio: Gerriet K. Sharma