>>Archive

Ein Textexperiment für 2 Akteure und 1 Trompete.

Erinnerung ist etwas schwer Greifbares, Flüchtiges, das die raumzeitliche Unmittelbarkeit und den Zustand eines Zeitpunkts einfängt, in dem die Erinnerung sich ursprünglich geformt hat.
Ohne eine aktive Erinnerungsarbeit gerät das Erlebte in Vergessenheit, verschwindet ganz aus dem Bewusstsein und geht in Folge als Ereignis verloren.

Um diesem „Gedächtnisverlust“ entgegenzuwirken versuchen wir auf der individuellen, persönlichen Ebene Erinnerungen durch die Archivierung von privaten Videos, Festplatten voller Urlaubs- und Familienfotos und Sammelalben als „Gedächtnisobjekte“ zu erhalten, während unsere kollektiven und kulturellen Erinnerungen in Form von Museen, Gedenkstätten, Straßennamen und Jahrestagen „haltbar“ und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Archive untersucht den Übergang zwischen persönlicher Erinnerung und öffentlicher Information und versucht der Problematik der vermittelten Archivierung von persönlicher und kultureller Erinnerung näher zu kommen, indem es den Erinnerungsraum einer fiktionalisierten, eigenen Geschichte und den Informationsraum des öffentlichen Zeitungsartikels Der Riss im Urvertrauen von Gunther Geltinger über den Verlust eines Archivs miteinander verbindet.

Konzept: blist
Performance: Verena Lercher, Peter Ender
Trompete: Lukas Hierzberger
Komposition: Gerriet K. Sharma
Text: Gunther Geltinger